:: ARTHROSE THERAPIE MIT KÖRPEREIGENEM EIWEISS


Für Arthrose-Patienten gibt es eine gute Nachricht: Körpereigene Eiweiße (Proteine) können das erkrankte Gelenk schützen. Die neue Methode basiert auf folgender Methode: Beim Entzündungsprozess im Gelenk werden Entzündungsstoffe, so genannte Interleukine (iL), in die Gelenkflüssigkeit abgegeben, die den Knorpel angreifen. Der Körper produziert auch natürliches Protein, das die negativen Wirkungen des IL boykottiert. Beim Gesunden halten sich die beiden Substanzen die Waage, beim Arthrosepatienten überwiegt der Entzündungsstoff. Die Methode basiert darauf, die Anzahl des natürlichen Gegners der Arthrose auf ein Vielfaches zu erhöhen.
Folgendermaßen funktioniert das Verfahren: Dem Patienten wird Blut entnommen. In einem Speziallabor wird es so behandelt, dass nach 24 Stunden eine bis zu 100-fache Dosis vom körpereigenen Arthrosehemmstoff darin enthalten ist. Die Lösung mit dem körpereigenen Protein wird dann - aufbereitet - dem Patienten in sechs bis acht Ampullen in einem Abstand von etwa einer Woche in das betroffene Gelenk injiziert.
Der Erfolg richtet sich selbstverständlich auch nach dem Stadium der Arthrose. In den ersten beiden frühen Stadien erreichen wir sehr gute Ergebnisse, Schmerzfreiheit und volle Beweglichkeit bei etwa 80 Prozent der Patienten. Im dritten Stadium sind es bis zu 60 Prozent, nur im letzten Stadium hilft diese Methode nicht. Sie beseitigt nicht die Arthrose, lindert oder beseitigt aber die Schmerzen und kann den entzündlichen Prozess im Gelenk aufhalten oder verzögern. Es ist wichtig, frühzeitig zu beginnen, um eine Operation hinauszuschieben oder sogar ganz zu vermeiden. (Dr. Egon E. Stricker)

Therapie mit Eigenprotein:

Mit einer Spezialspritze wird Blut entnommen. Sie enthält Glaskugeln, die bestimmte Blutzelle, die Monozyten, direkt nach der Entnahme durch Kontakt zur verstärkten Produktion von Arthrosehemmstoff anzuregen. Die Spritze wird in einem Wärmebehälter ins Speziallabor transportiert - die Monozyten produzieren nun immer mehr Hemmstoffprotein.

Nach 24 Stunden ist der Prozess abgeschlossen, nun hat sich die Menge an Hemmstoff etwa verhundertfacht. Feste Blutbestandteile werden abgetrennt und das reine Endprodukt, die Proteinlösung, in Ampullen gefüllt, eingefroren und in einer Kühlkette zum Arzt gebracht

Ungefähr acht Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an Arthrose. Sie ist zu einer echten Volkskrankheit geworden. Eine Arthrose kann viele Gesichter haben, bedeutet aber immer Gelenkverschleiß, Knorpelschaden, Schmerz, Entzündung und Bewegungseinschränkung - meist an Wirbelsäule, Knie-, Hand-, Hüft- oder Fingergelenken. Die Knorpelschicht verliert an Elastizität und bekommt Risse, wobei der
Knorpel regelrecht abgerieben wird. Abgeschliffener Knorpelstaub kann auch zwischen den Gelenken liegen bleiben und die Innenhaut reizen.

Die Krankheit ist ein schleichender, heimlich über viele Jahre hinweg und erst durch auftretende Schmerzen überhaupt bemerkt wird. Eine völlige Heilung ist möglich.

Gründe für den Beginn einer Arthrose gibt es viele: Alter, Überbelastung, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Knochenbrüche, falsche Körperhaltung, Fehlbelastung eines oder mehrerer Gelenke, Sportunfälle. neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder genetische Faktoren. Ihr Orthopäde kann eine Arthrose mittels Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschall einwandfrei feststellen. Zunächst einmal sollten Patienten ihre Lebensgewohnheiten entsprechend ändern und ihre Ernährung ergänzen durch die Einnahme von Vitamin E, Brennessel- und Weidenrindenextrakt, durch Lippmuscheln, Gelantine oder Chondroprotektiva (Dona, Chondrosulf).

In der Orthopädie-Praxis erfolgt dann die konservative Therapie, um nach Möglichkeit eine Operation ganz vermeiden zu können. Hier gibt es die Auswahl zwischen pulsierender Magnetfeldtherapie (PST) öder einer Hochton-Therapie, die im Frequenzbereich zwischen 4096 und 3276H Hertz arbeitet und in tiefere Schichten vordringt. Eine weitere Therapie-Möglichkeit ist das Spritzen von Hyaluronsaure oder von körpereigenen Eiweißen (Orthokin) in das kranke Gelenk. Die letztgenannte Methode ist oben noch genauer beschrieben.

Allerletzte Möglichkeit zur Eindämmung einer Arthrose ist die Operation. Hier kann der Fachmann am kranken Gelenk eine Glättung, Bohrung oder Mikrofrakturierung vornehmen. Darüber hinaus gibt es zwei noch recht junge Therapieformen, die Autologe Chondrozyten-Transplanlation (ACI) beziehungsweise den Knorpel-Knochen-Transfer (OATS), die aber langst nicht für jeden Patienten geeignet sind und nur von wenigen Fachleuten durchgeführt werden können. Mit ihrem Orthopäden sollten sie entscheiden, welche Therapie in ihrem speziellen Fall sinnvoll ist und welches Verfahren Sie sich finanziell leisten wollen.

Quelle: Meine Praxis - I/2003